Das Projekt

Sehr viele Kinder, die in der heutigen Zeit aufwachsen, sind bezüglich des Erlebens in der Natur benachteiligt. Um dem entgegenzuwirken gibt es naturzeit und natürlich auch viele andere schöne Projekte. naturzeit ist an jeder Grundschule an jedem Ort durchführbar. Für das aktuelle Schuljahr 2014/2015 ist naturzeit Schule an der Concordiaschule Schildgen in der Pilotphase.

"Eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung unseres Landes hängt entscheidend von der Bildung seiner Menschen ab. Denn um die aktuellen Umweltprobleme zu lösen und unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern, sind wir auf die Ideen und das kreative Handeln Aller angewiesen. Von Kindheit an gilt es, entsprechende Talente, Potenziale und Gestaltungskompetenzen zu fördern und zu entwickeln."1

1 Siehe: Natur- und Umweltschutzakademie NRW
Die NUA ist eingerichtet im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW (LANUV) und arbeitet in einem Kooperationsmodell mit den vier anerkannten Naturschutzverbänden zusammen (BUND, LNU, NABU, SDW)

Naturschutz, Biodiversität/Artenvielfalt, nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien sind Schlagworte, die täglich in aller Munde sind. Meiner Meinung nach benötigt dies jedoch eine Grundlage. Ein Wissen und Interesse für die Zusammenhänge/Vorgänge in der Natur. Das „Natur-Defizit-Syndrom“, eine Definition des amerikanischen Autors Richard Louv ist ein umfassendes Phänomen unsere Zeit und Gesellschaft: Die Entfremdung von der Natur.2

2 Richard Louv: Last Child in the Woods. Saving our Children from Nature-Deficit Disorder.

Hier setzt naturzeit Schule an. Im umfassenden Erleben in und mit der Natur über ein gesamtes Schuljahr haben Kinder und Lehrkräfte die Gelegenheit, Nachhaltiges zu erleben.

„Lernen (...) hat weniger mit Wissensaneignung zu tun als mit Erfahrungen. Erfahrungen, die Kinder in der Natur machen können. Sie erfahren Freiheit, wenn sie laufen können, ohne auf den Verkehr zu achten und Grenzen, wenn sie an einem Fluss stehen bleiben müssen, weil den keiner für sie stoppen kann. Die Natur lehrt die Kreativität, aus dem, was man findet, etwas zu bauen und Spiele selbst zu erfinden. Sie vermittelt Mitgefühl mit den Geschöpfen, die zu ihr gehören und das Bewusstsein, selbst ein Teil von ihr zu sein. Und sie lehrt Geduld, weil sie nicht nach unseren Regeln funktioniert.“3

3 Kölner Stadt-Anzeiger/Magazin vom 7./8. September 2013 „Der bessere Spielplatz: Freiheit und Grenzen, Mitgefühl und Geduld – in der Natur erfahren Kinder Dinge, die sie in keinem Kurs lernen können“ von Jasmin Krsteski

naturzeit Schule wird im Namen der naturzeit gemeinnützige Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) angeboten. Es basiert zum Teil auf den Erkenntnissen und dem Fazit aus der Abschlussarbeit von Andrea Laudenberg im Kontaktstudiengang Kultur-, Bildungs- und Medienmanagement am Institut für Weiterbildung e.V. an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg. Diese trägt den Titel „Natur als Kulturgut - Die Vermittlung naturkundlicher Grundbildung im Grundschulunterricht am Beispiel von Obst, Gemüse und Pflanzen in NRW“. Es wird von Andrea Laudenberg ins Leben gerufen. Die Koordinierungsstelle arbeitet zusammen mit einem Team aus Naturpädagogen sowie Botanikern, Hochschullehrern und Apothekerinnen. Zum Schuljahr 2014/2015 finden erstmals ganzjährige Projekte statt.

Download: Abschlussarbeit von Andrea Laudenberg im Kontaktstudiengang Kultur-, Bildungs- und Medienmanagement am Institut für Weiterbildung e.V. an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg

Ziele des Projektes:

naturzeit Schule wird es Kindern ermöglichen, umfassende Naturerfahrungen mit allen Sinnen zu erleben und Natur als Lernraum im Bildungswesen ins Bewusstsein zu rücken. Es ist umfassende Natur-Bildungsarbeit.

Die Projekte sind ein Angebot für Schulen und LehrerInnen, um die Implementierung des kostbaren Wissens um die Natur im schulischen Kontext strukturiert zu ermöglichen. Als Jahresprojekt für Natur in der Schule bieten wir individuelle naturpädagogische Angebote. Natur als Kulturgut schon in der Primarstufe einen hohen Stellenwert beizumessen ermöglicht ein umfangreiches Wissen für einen guten Umgang mit Natur und Nahrung. Es bildet somit ein nachhaltiges Erleben und schafft Grundlagen für ein naturnahes Leben.

Projektdurchführung:

Da die Grundschule als Einstieg in die Schullaufbahn den Startpunkt setzt, habe ich mich im ersten Schritt für diese Schulform entschieden. Zudem kann man die neuere Entwicklung im Bereich der Offenen Ganztag-Schule als Vorteil nutzen. Es werden Schüler der ersten bis vierten Klasse angesprochen, die in einer Altersspanne zwischen fünf und zehn Jahren sind.

In enger Absprache mit den Schulleitungen und dem Lehrerkollegium werden individuelle naturpädagogische Konzepte durchgeführt. Dabei werden sowohl zeitliche Möglichkeiten (innerhalb der regulären Schulzeit oder im Rahmen des Offenen Ganztages) als auch geografische Gegebenheiten der Schule (wie z.B. Möglichkeiten innerhalb des Schulgeländes, räumliches Umfeld und Entfernung zu außerschulischen Lernorten, etc.) berücksichtigt. Dadurch ist es möglich, einen intensiven Nutzen aus dem aktuellen Projekt zu ziehen sowie langfristig die Möglichkeiten des schuleigenen Universums ins Bewusstsein zu bringen und nachhaltig die Arbeit der Schule zu erweitern.

Erlebnisse in der Natur können an vielen Schulen nicht regelmäßig stattfinden, da die hohe Belastung im Schulalltag diese kreativen Prozesse bei den Lehrkräften kaum mehr zulässt. Natürlich gibt es Ausnahmen. Zudem nimmt der Zeit- und Leistungsdruck durch Lernstandserhebungen und sonstige Evaluationen stetig zu. Während der Schulzeit wird sehr viel Wert auf Wissenserwerb gelegt.

Zeit in der Natur erbringt keine messbaren Ergebnisse. Daher hat es im Lehrplan einen geringen Wert. Das Erleben und Begreifen der Natur im Jahreslauf ist jedoch viel wertvoller in der Praxis, als mit theoretischen Lehrmitteln. Das kennen lernen der Natur ist – wie bereits früher erwähnt – eine Grundlage unserer heutigen Kinder, um einen guten Umgang für die Gegenwart und Zukunft zu entwickeln.

naturzeit Schule möchte Raum und Zeit zur Wahrnehmung der Natur mit allen Sinnen bieten. Für die Dauer eines Schuljahres werden Projekttage Unterricht in Verbindung mit der jeweiligen Lehrkraft gestaltet. Im Laufe des Schuljahres erlebt das Lehrerkollegium jeweils zwei schulinterne Fortbildungen. In diesem Schuljahr gibt es eine Fortbildung über Heilpflanzen, die von einer Apothekerin gestaltet wird und eine über essbare Wildpflanzen von einer vielseitigen Botanikerin.

Zum Ende des Schuljahres ist ein Abschlussprojekt geplant. Dies ist eine Dokumentation der Erlebnisse als Erinnerung für die Beteiligten und Interessierten.

Die durchschnittliche Größe einer Grundschule umfasst ca. 200 Schülerinnen und Schüler. Das Projekt wird mit einer Gruppe von ca. 20 bis 30 Kindern erlebt. (Je nach dem, ob eine feste Schulklasse davon profitieren kann oder eine Gruppe der Kinder aus der Nachmittagsbetreuung.) Die beiden inbegriffenen Fortbildungen sind für die MitarbeiteInnen des Schulsystems. Daher profitiert das gesamte Lehrerkollegium von durchschnittlich 15 Personen sowie eine unbekannte Anzahl von z.B. Betreuern der OGS oder Randstundenbetreuung. Durch die Fortbildung werden alle Schülerinnen und Schüler jedes Schulsystems eine Wirkung erleben, denn jede Fortbildung führt zu einer Rückwirkung in den Alltag.

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